Alex und Felix, unsere Wheelmap-Botschafter in Italien

Norddeutsche Zuvorkommenheit trifft bayrische Ausgelassenheit. Wir stellen vor: Alex und Felix, unsere Botschafter für die Wheelmap in Italien. Sie sind ein starkes Team, das wir seit der “La Skarrozzata” in Bologna nicht mehr missen wollen.

Bei der Skarrozzata in Bologna haben wir sie als sympathische, italienisch-sprachige Networker und als quirlige Stimme am Megaphone kennengelernt. Aber natürlich sind Alexander Bock und Felix Jäger noch mehr als das. Wir haben sie befragt, zu ihrem Engagement, zu Italien und ihren Wünschen und Zukunftsplänen.

Wer seid ihr und was habt ihr mit Italien zu tun?

Alex: Ich würde sagen, ich bin momentan auf Entdeckungstour und Italien hat es mir dabei besonders angetan. Auslöser war mein Wunsch, nach dem Wirtschaftsstudium und einiger Zeit im Beruf ein internationales Masterprogramm zu absolvieren und mehr über Kultur und Soziales zu lernen – Dinge, die ansonsten einfach viel zu kurz kommen. Seit September 2012 studiere ich deshalb Kulturmanagement an der Universität Bologna und das zweite Studienjahr habe ich vor allem für Kurse in sozialem Unternehmertum in Kopenhagen verbracht. Deutschland verbindet mit Italien viel mehr als nur Urlaub und den gelegentlichen Besuch beim „Italiener um die Ecke“. Es gibt eine Menge gegenseitigen Respekt und in deutsch-italienischer Zusammenarbeit greifen viele Qualitäten ineinander. Es sind aber vor allem die entstandenen Freundschaften, die ich heute unglaublich schätze.

Felix: Ich bin Felix, studiere Kulturwirtschaft in Passau und hab mich aufgrund irgendeiner unerklärlichen, affektiven Handlung dafür entschieden, Italienisch statt Französisch im Gymnasium zu wählen. Irgendwie bin ich dann dabei hängengeblieben und hab als speziellen Kulturraum für mein Studium ebenfalls Italien gewählt. Außerdem hab ich ein Semester an der “Università degli Studi di Verona” studiert und meine Freundin kommt ebenfalls aus Italien.

Was motiviert euch dazu, Wheelmap.org in Italien zu unterstützen?

Wheelmap-Team in Bologna

Das Wheelmap-Team in Bologna (v.l.n.r.): Svenja, Alex, Felix und Jonas

Alex: Rund um das Thema „Mapping“ bewegt sich in Italien derzeit recht viel. Etliche regionale Initiativen und Firmen entwickeln jeweils ihre eigenen Lösungen. Ich finde, die Wheelmap kann hier einen Beitrag leisten und auch in gewisser Weise Vorbild sein, um das sprichwörtliche Rad nicht immer neu zu erfinden. Aus einer Projektarbeit an der Uni hat sich inzwischen ein großartiges Team geformt, mit dem ich versuchen will, die Wheelmap und Themen wie Barrierefreiheit und Mobilität im Rahmen kleiner Aktionen auch in andere italienische Städte zu bringen.

Felix: Wheelmap.org ist einfach eine tolle Sache. Es gibt kaum einen einfacheren Weg, diejenigen in unserer Gesellschaft zu unterstützen, die mit eingeschränkter Mobilität leben müssen. Für Italien bringe ich eben vor allem die sprachliche Kompetenz mit und so liegt es nahe, dass ich versuche, mich dort bestmöglichst einzubringen.

Wie ist die Situation für mobilitätseingeschränkte Menschen in Italien?

Alex: Wegen der vielen historischen Bauten sind die Herausforderungen an barrierefreie Architektur natürlich hoch. Viele öffentliche Einrichtungen haben dafür aber sehr praktikable Lösungen gefunden. Was das allgemeine Stadtbild angeht, sieht es jedoch oft anders aus. Grobes Kopfsteinpflaster oder unebene Gehwege sind für die Einen „charakteristisch“ und für jemanden im Rollstuhl oder ohne Augenlicht mit großen Mühen und Risiken verbunden. Für notwendige Ausbesserungen fehlt den Kommunen, Provinzen und Regionen allerdings zunehmend das Geld. Zudem verschärft sich die Lage je weiter man in den Süden kommt. In den Köpfen ist die Toleranz und Hilfsbereitschaft gegenüber mobilitätseingeschränkten Menschen jedoch sehr groß – das fängt schon in der Schule an.

FelixDie Situation lässt dort oft noch sehr zu wünschen übrig. In Italien gibt es aber eben auch viele denkmalgeschützte Gebäude und Straßenzüge und so ist es oft schwierig, dort die Dinge einfach mal so zu ändern, selbst wenn der Wille da ist.

Wenn ihr einen Wunsch hättet, was würdet ihr als erstes ändern?

Alex: Wenn ich so nach draußen schaue: Das Wetter in Norddeutschland.

FelixOje, das ist schwierig. Wenn man sich die letzten Jahre so anschaut, würd ich wahrscheinlich erstmal alle Religionen zu einer vereinen, dann wären die ganzen Extremisten auf einen Schlag arbeitslos und könnten ihre Energie für soziale Zwecke einsetzen! ;) 

Was sind eure Pläne für die Zukunft?

FelixFertig studieren, Arbeit suchen, heiraten, Kinder bekommen, in Rente gehen, ‘nen Hund zulegen und mich zum Sterben auf eine Berghütte zurückziehen. … Oder ich mach ein Hotel auf Kuba auf… Oder vielleicht versuch ich doch nochmal, die Weltherrschaft an mich zu reißen. Was sind denn das für Fragen? :D 

Alex: Erstmal schreibe ich meine Masterarbeit und feiere dann im Dezember den Abschluss in Bologna. Beruflich möchte ich mich mit gesellschaftlichem Engagement in der Wirtschaft beschäftigen, insbesondere unter Einbeziehung von Mitarbeitern. Gerade spiele ich mit dem Gedanken, im Anschluss an das Studium für einige Zeit nach Nordamerika zu gehen… solche Sachen wie Corporate Volunteering oder private Kulturförderung sind dort völlig normal. Aus diesem Grund reizt mich der Schritt sehr. Nach Italien wird es mich aber immer wieder ziehen.

Wir sind sehr froh, solch engagierte Freiwilligen zu haben. Wenn auch du Wheelmap.org aktiv unterstützen möchtest, werde Botschafter in deiner Region oder deiner Stadt!

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