Erfahrungsbericht der Mapping-Aktionen in Lübbecke und Lemgo

Die Lebenshilfe NRW veranstaltet aktuell mehrere Mapping-Aktionen in verschiedenen Städten Nordrhein-Westfalens (mehr dazu hier). Jetzt haben wir einen Bericht von Steffi Nerge von der Lebenshilfe NRW bekommen, die einige der Aktionen organisiert und vor Ort dabei ist.Wir sind absolut begeistert von dem Bericht und den darin geschilderten Erlebnissen und gesammelten Erfahrungen. Was Steffi Nerge hier beschreibt ist genau das, was wir mit den Mapping-Aktionen neben der Markierung neuer Orte erreichen möchten: eine Sensibilisierung aller Beteiligten – von Mappern, Ladenbesitzern und Vertretern der Stadt.

Vielen herzlichen Dank an Steffi Nerge und alle Mapper – euer Engagement ist großartig!

“Hallo liebes Wheelmap Team,

am 23.5.13 waren wir in der Innenstadt von Lübbecke unterwegs und haben dort gemappt. Ca. 20 Freiwillige haben sich, in Gruppen in alle Himmelsrichtungen aufgemacht. Sie haben Bäckereien, Apotheken, Geschäfte, Behörden, touristische Orte u.v.m. auf ihre Barrierefreiheit überprüft. Im Laufe der Aktion habe ich mit Freude beobachtet, das die Gruppe scharfsinniger und sensibler wurde und auch auf verstecktere Hürden achtete.

Am 16.4.13 waren wir in Lemgo unterwegs. Ca. 12 Freiwillige haben die Innenstadt nach Hindernissen und Hürden untersucht. Zu einem späteren Zeitpunkt testeten sie im Rahmen einer Selbsterfahrungsaktion selbst die vorher bewerteten Orte. Es wurde uns schnell klar, das es eine Herausforderung ist historische Innenstädte mit ihren kleinen, alten Gebäuden barrierefrei zu gestalten.

lemgo

Bild von Michael Pereckas

Verkehrszentrum, Museum und Touristeninformation besucht

Wir haben das Verkehrszentrum besucht und sind dort auf einen sehr hilfsbereiten Mitarbeiter gestoßen, der uns alle Fragen in Bezug auf das Verkehrsnetz und dessen Zugänglichkeit beantwortet hat.

In einem Museum erklärte uns eine Mitarbeiterin das Rollstuhlfahrer leider nur einen Teil des Museums besuchen können. Im Gespräch hat sie sich liebenswert den kritischen Fragen der Freiwilligen gestellt und wir hatten den Eindruck, dass sich auch bei ihr offene Fragen aufgetan haben, die evtl. zum Nachdenken angeregt haben.

Auch in der Touristeninformation gab uns eine Mitarbeiterin Auskunft über einige Sehenswürdigkeiten in der Umgebung. 

Wegweiser, Pfandautomaten und Toiletten entpuppten sich als Herausforderung

Uns fiel auf, dass man als Rollstuhlfahrer nur wenig von einigen Wegweiser und Tafeln, die den Touristen den Weg zeigen, lesen kann, da sie sehr hoch angebracht waren. Den Freiwilligen ist ebenfalls aufgefallen, das es eine Herausforderung ist, sein Leergut in einen Flaschencontainer zu werfen.

In Lübbecke, wie auch in Lemgo stellten die Freiwilligen fest, dass viele öffentliche Toiletten zwar barrierefrei und ausreichend groß gewesen sind, doch gestaltete es sich bei einigen schwierig alleine hineinzukommen. Viele Toiletten hatten schwere Türen, waren verwinkelt oder in Nebengassen versteckt. Wir benötigten oftmals die Hilfe unserer Mitmenschen.

Brötchen bestellen ohne zu sprechen – geht das?

Im Laufe der Aktion war zu beobachten, das die Freiwilligen immer kreativer und auch aufmerksamer an das Thema herangegangen sind. Beispielsweise hat eine 2er Gruppe versucht, in einer Bäckerei ein Brötchen zu bestellen ohne zu sprechen. Sie berichteten mir, dass die Verkäuferin plötzlich begann mit ihnen Englisch zu sprechen…  Sie hatten Mühe der Verkäuferin klar zu machen, dass sie gar nicht sprechen. Aber auch dort sind den Freiwilligen viel Verständniss und Hilfsbereitschaft begegnet.

Feedback der Freiwilligen

Die Resonanz unserer Freiwilligen war vielfältig und durchweg positiv. Sie berichteten mir, das sich ihr Blick erweitert hat und sie in vielerlei Hinsicht erstaunt gewesen sind. Wir freuen uns darüber, Euch geholfen zu haben und ich bin mir sicher, der Eine oder Andere wird bestimmt bei seiner nächsten Shoppingtour in der Innenstadt häufiger mal nach rechts oder links schauen ;-)

Viele Liebe Grüße

Steffi Nerge”

Veröffentlicht in Mapping-Aktion
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