Interview mit dem Wheelmap Rampenbotschafter für München: Erwin Aljukic

Heute komplettieren wir unsere fabelhaften Vier und stellen euch den Wheelmap Rampenbotschafter für München vor, Erwin Alkjukic. In den kommenden Wochen wird Erwin einige mobile Rampen aus unserem Projekt “Tausendundeine Rampe” an Läden und Geschäfte in München verteilen. Als Rampenbotschafter unterstützen uns außerdem noch Anastasia Umrik (Hamburg), David Lebuser (Dortmund) und Benedikt Lika (Augsburg).

Erwin ist 36 Jahre, wohnt in München und ist Schauspieler/Modejournalist/Theaterproduzent.

ErwinAljukic

Foto von Jonathan F. Kromer

Wie sieht es in München mit der Rollstuhlgerechtigkeit aus?

Ich bin schon in vielen Städten gewesen, aber bisher war noch keine andere Stadt so rollstuhlgerecht wie München. Die „Weltstadt mit Herz“ ist hier in vielen Aspekten sehr vorbildlich; etwa sind alle Bordsteine sehr flach abgesenkt. Busse und Trams haben eine Rampe und mittlerweile haben auch alle U- Bahnstationen einen Aufzug. Ein Manko ist, dass nicht alle S- Bahnstationen zugänglich sind und der Abstand zwischen S-Bahn und Bahnsteig zu hoch ist.

Die guten „äußeren Bedingungen“ bringen es automatisch mit sich, dass Menschen mit einer Behinderung ein vollkommen normaler Bestandteil der Bevölkerung sind und ganz selbstverständlich zum Stadtbild dazugehören. Dementsprechend gehen die Münchner/innen sehr natürlich mit einem um und sind sehr hilfsbereit.

Warum machst du bei der Aktion “Tausendundeine Rampe” mit?

Obwohl München in Sachen Zugang sehr vorbildlich ist, erlebe ich es dennoch gerade in Trendstadtteilen, dass man in viele Boutiquen oder Cafes/Bars nicht ohne Hilfe reinkommt. Nur weil es eine Stufe gibt. Wenn diese Orte eine Rampe hätten, könnte man dort ohne Probleme auch alleine shoppen gehen – eben ein ganz normales Alltagsleben führen.

Welche Betreiber wirst du wohl fragen oder hast du schon gefragt?

Grundsätzlich möchte ich auch Läden und Cafés abseits der frequentierten Fußgängerzone zugänglich machen. Es soll zur Normalität werden, immer und überall spontan einen Ort zu finden, an dem man einen Kaffee trinken und / oder sich mit anderen Leuten treffen kann. Genau hier möchte ich ansetzen!

Rampen sind ja eigentlich nur Übergangslösungen, was wünscht du dir für die Zukunft?

Ich bin der Meinung, dass sich das alltägliche und ganz normale Leben nicht nur auf Ämtern oder in Behörden abspielt, sondern in Cafés, Läden, Bars usw. Der Zugang zu diesen Orten ist die Voraussetzung dafür, dass Menschen mit einer Behinderung am alltäglichen Leben teilhaben können, sich mit Freunden spontan verabreden oder Avantgardmode in einer Szeneboutique anprobieren. Erst daraus kann die zwischenmenschlich-soziale Komponente erwachsen.

Veröffentlicht in Mobile Rampen
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Die Rampe im Praxistest

Mit der Wheelramp kann ein Höhenunterschied von 25cm bis 30cm überwunden werden. Raúl hat es getestet.
Erfahrungsberichte und Interviews mit unseren Rampenbotschaftern gibt es hier.


Das Projekt "Tausendundeine Rampe" ist durch eine Spendenaktion von den SOZIALHELDEN und der Crowdinvestment-Firma BERGFÜRST entstanden.
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