Mappen in Bergedorf mit Goldmedaillen-Gewinnerin Edina Müller

Die Mapping-Saison ist eröffnet! Kurz nach der Aktion in Bremen zog es am 9. April nun auch 17 Engagierte in Hamburg-Bergedorf zum Mappen in die Frühlingsluft, um Geschäfte und öffentliche Gebäude in ihrem Stadtteil mit Hilfe der Wheelmap einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Mit dabei: Edina Müller, Rollstuhl-Basketballerin und Goldmedaillen-Gewinnerin.

Über 70 Orte überprüften die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit und ohne Rollstuhl bei der Aktion, die vom Bezirksamt Bergedorf, dem Berufsgenossenschaftlichem Unfallkrankenhaus Hamburg und dem Deutschen Rollstuhl-Sportverband organisiert worden war.

“Der Bezirk Bergedorf hat das Ziel, dass in Bergedorf mehr barrierefreie Wohnungen gebaut werden, aber auch, dass das Wohnumfeld barrierefrei gestaltet wird. Vor allem ältere Menschen, aber auch Familien nutzen in ihrer alltäglichen Lebensorganisation die kurzen Wege und vielfältigen Verflechtungen in den Quartieren”, erläutert Ines Kowalsky von der Stadtplanung Bergedorf die Hintergründe der Aktion.

Mit diesen Bestrebungen hat das Bezirksamt auch das BG Unfallkrankenhaus Hamburg und den Deutschen Rollstuhl-Sportverband hinter sich: “Wir helfen täglich Menschen, die nach einem Unfall oder einer Krankheit ihre Mobilität und ihren Alltag so schnell wie möglich zurück gewinnen wollen. Eine barrierefreie Umgebung ist eine sehr wichtige Voraussetzung dafür”, sagte Maria Surzukova vom Unfallkrankenhaus.

Mappen mit Paralympics-Gewinnerin Edina Müller

Sportliche Energie brachte Rollstuhl-Basketball Nationalspielerin und Paralympics-Gewinnerin Edina Müller mit in die Gruppe der Mapper. Die resolute Hochleistungssportlerin (“Wir wollen nicht bedauert werden, bloß kein Heiteitei!”) unterstützte das Anliegen der Bergedorfer, Rollstuhlgerechtigkeit in die eigene Hand zu nehmen – bzw. ins eigene Smartphone – und sich zunächst mit Hilfe der Wheelmap einen Überblick über die Lage vor Ort zu verschaffen.

Edina Müller

Edina Müller markiert einen Ort in der Wheelmap. Die Gewinnerin (Basketball) der Paralympics 2012 in London war beim Mapping in Bergedorf mit dabei.

Das Ergebnis: 53 Orte markierte die Gruppe in der Online-Karte als “voll rollstuhlgerecht” mit grün, 12 weitere mit gelb, d.h. als teilweise rollstuhlgerecht und 9 Orte erhielten aufgrund fehlender Zugangsmöglichkeit einen roten Marker.

Ines Kowalsky fasst zusammen: “In der Bergedorfer Innenstadt, vor allem rund um das Sachsentor, gibt es schon sehr viele rollstuhlgerechte Bereiche. Die historischen Teile und Straßen wie Reetwerder oder Weidenbaumstieg sind dagegen weniger barrierefrei.”

Für Mobilität im Alltag werben: “Jeder kann aktiv werden”

Vielleicht hilft die öffentlichkeitswirksame Mapping-Aktion der BergedorferInnen, die es bis in das Hamburg-Journal des NDR-Fernsehens geschafft hat, die Aufmerksamkeit in ihrer Stadt weiter auf das Thema Rollstuhlgerechtigkeit zu lenken?

Das positive Feedback der Passanten und des Personals in den Geschäften wirkt recht vielversprechend. Einige BetreiberInnnen denken sogar über die Anbringung einer Rampe für ihren Laden nach.

Dieses Ergebnis freut uns sehr und wir können nicht oft genug betonen, dass bereits eine mobile Rampe, die ohne behördlichen Aufwand nach Bedarf angelegt werden kann, schon eine hilfreiche und dabei unkomplizierte und vergleichsweise günstige Lösung ist.

Das Fazit von Maria Surzukova: “Die Wheelmap Mapping-Aktion zeigt, dass Barrierefreiheit nicht nur Sache der Politik sein muss. Jeder kann aktiv werden und etwas für mehr Mobilität im Alltag tun, alleine oder in der Gruppe – dazu reicht schon ein Smartphone.” Das sehen wir ganz genau so: “Mitmachen erwünscht!

Vielen Dank an die tatkräftigen Bergedorfer Mapperinnen und Mapper für ihren Einsatz und ein Lob an die OrganisatorInnen für die professionelle und medienwirksame Vor- und Nachbereitung des Projekts!

Habt ihr auch Lust, mit einer Mapping-Aktion eure Stadt zu erkunden und dabei zu helfen, die Wheelmap zu vervollständigen? Wir unterstützen euch mit den nötigen Infos.

Veröffentlicht in Mapping-Aktion
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Wann ist ein Ort rollstuhlgerecht?
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