Mapping als “Dialog der Generationen” in Bremen

Am Weltgesundheitstag zeigten Engagierte in Bremen, wie gut Jung und Alt bei einer gemeinsamen Mapping-Tour zusammenarbeiten. Unter dem Motto “Hast du heute schon gemappt?” hatte Ambulante Versorgungsbrücken e.V. über die Plattform ServeTheCity-Bremen zum “Dialog der Generationen 2014” aufgerufen.

Mit Smartphone und Fotokamera ausgestattet zog die Gruppe aus Freiwilligen am 7. April in Bremen los, um sich ein Bild der Barrieren “vor der eigenen Haustür” zu machen. Junge und ältere TeilnehmerInnen unterstützten sich dabei gegenseitig – mit der praktischen Erfahrung zu Barrieren im Alltag einerseits und mit dem Umgang des Online-Tools Wheelmap andererseits.

“Um sich effektiv und erfolgreich mit der Materie vertraut zu machen, war es genau die richtige Anzahl Spaziergänger, die sich auf der Verkehrsinsel Lüneburger Platz zusammen fand. Die beiden Gruppen konnten sich stressfrei bewegen und auch zwischenzeitlich gemachte Erfahrungen austauschen”,  beurteilt Elsbeth Rütten von Ambulante Versorgungsbrücken e. V. den organisatorischen Rahmen des Kurzzeitprojekts, zu dem der Verein als Initiator auf ServeTheCity Bremen aufgerufen hatte.

Unterstützt wurde die Mapping-Aktion durch unsere Rampenbotschafterin Kassandra Ruhm, die der Gruppe mit ihrer Expertise zu Barrieren und Wheelmap zur Seite stand.

“Immer einige Stufen”

Teilnehmer Michael Paul fasst die Beobachtungen zu den baulichen Gegebenheiten der Gegend um Lüneburger-Platz/Hamburger Straße, Braunschweiger Straße, Auf dem Peterswerder, Schierker Straße und Osterdeich zusammen:

„Die Straßenabschnitte enthalten überwiegend Bausubstanz vom Anfang des 20. Jahrhunderts im Stil der Bremer Häuser. Einige der Wohngebäude werden heute für Büros und Praxen genutzt. Die Geschäftsräume liegen oft im Souterrain oder im Hochparterre. Dadurch ergeben sich immer einige Stufen. Die meisten Ladengeschäfte haben den Fußboden etwa 20 bis 50 cm über dem Bürgersteig. Dadurch ist ein besonderer Aufwand für die Barrierefreiheit für mobilitätseingeschränkte Personen zu leisten.”

Nur wenige Orte “voll rollstuhlgerecht”

Insgesamt wurden während des Spaziergangs 29 Orte nach den Kriterien der Wheelmap bewertet. Davon haben die TeilnehmerInnen drei Orte als “voll rollstuhlgerecht” eingestuft: die ASB Seniorenresidenz am Osterdeich, das Bürgerhaus Weserterrassen und die Flaschenpost.

Die übrigen öffentlichen Orte im Bereich Lüneburger Straße, Hamburger Straße. und Auf dem Peterswerder mussten leider als rot oder gelb in die Wheelmap eingetragen werden.

Zugang durch mobile Rampen schaffen

Unsere engagierte Rampenbotschafterin informierte die Gruppe zudem über die Möglichkeit, eine mobile Rampe zu erhalten. Im Rahmen des Spendenprojekts Tausendundeine Rampe können sich LadenbetreiberInnen bewerben oder jederzeit im Shop von Wheelramp.de die mobile Hilfe aus Alu bestellen:

“Mit diesen Rampen (73 cm breit, 120 cm lang, 9,6 kg schwer, 179 €) können Stufen von bis zu 25 Zentimetern Höhe überwunden werden. Sie können zusammengeklappt und mitgenommen werden.“ 

Weitere Mapping-Aktionen in Aussicht

Die TeilnehmerInnen ließen ihr Projekt mit einer Nachbesprechung im sonnigen barrierefreien Sommergarten des Bürgerhauses Weserterrassen ausklingen.

Elsbeth Rütten von Ambulante Versorgungsbrücken e. V. ist sich sicher: “Nach dem Spaziergang ist vor dem Spaziergang”, und stellt in Aussicht, dass es noch viele weitere Aktionen dieser Art geben soll – wir freuen uns schon drauf und bedanken uns bei allen, die am Projekt mitgewirkt haben!

Veröffentlicht in Mapping-Aktion
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