Wheely on Tour – Über Perspektiven und Barrieren

Es ist endlich geschafft! Dank der großen Unterstützung auf Wheelmap.org sind mehr als 430.000 Orte weltweit markiert, in vielen Gegenden finden Mapping-Aktionen statt und es wurde Geld für 250 mobile Rampen gespendet. Diese nahezu widernatürlichen hohen Wachstumsraten der Onlinekarte für rollstuhlgerechte Orte hat nun auch das Interesse der Materialisierungswissenschaften geweckt.

In einem hochkomplexen Experiment ist es gelungen, Wheely aus dem Wheelmap-Logo von 2D in die Realität zu legolisieren. Dieses Verfahren hat es bisher noch nicht gegeben, aber im Nachhinein sagten die Experten: “Eine Legofigur im Rollstuhl in die dritte Dimension zu materialisieren, war gar nicht mal so schwer. Hätte man auch früher drauf kommen können.” Dank aktueller Technik kann Wheely auch Fragen beantworten, aber leider (bisher) nur in schriftlicher Form. Na dann mal los.

Wheely, schön, dass du da bist, aber wo kommst du her?

Puh, also woher ich genau komme, das kann ich gar nicht sagen. Da haben mir Wissenschaftler ganz viel erzählt von kleinen Steinchen, Klebestreifen, zusammenstecken und so, aber ich war abgelenkt. Denn ich dachte darüber nach, was ich denn jetzt so machen werde.

Ja, und was machst du jetzt?

Ich habe mit dem Wheelmap-Team gesprochen und die meinten: Ja wenn du jetzt schon mal da bist, dann kannst du doch deine Umgebung testen. Deine Perspektive wäre bestimmt interessant.

Inwiefern interessant?

Was man jetzt nicht unbedingt sofort sieht: Ich bin nur so fünf Zentimeter groß und meine Perspektive entspricht damit der von zwei Ameisen, bei der die eine die andere auf den Schultern trägt. Zudem bin ich an einen Rollstuhl gefesselt auf einen Rollstuhl angewiesen, was dazu führt, dass ich schnell auf Barrieren im Alltag stoße. Diese Barrieren wollen wir gerne dokumentieren, weil es ja oft wirklich eine Frage der Perspektive ist. Ein hoher Bordstein ist für einen Fußgänger kein Problem, ein Rollstuhlfahrer oder eine Rollstuhlfahrerin ist da oft auf Hilfe angewiesen und für mich wird die Kante zum Mount Everest.

Also möchtest du durch die Dokumentation gerne auf Barrieren hinweisen?

Oh ja, dazu möchte ich gerne einen Beitrag leisten und vielleicht manchmal das Bild auch ein bisschen überzeichnen, um Gespräche anzustoßen. Ich bin schon gespannt, ob die Bilder auf Interesse stoßen. Natürlich soll der Spaß auch nicht auf der Strecke bleiben und manchmal gibt es auch Vorteile durch meine Größe. Zum Beispiel kann ich mich von einem Duplo den ganzen Tag ernähren, darum beneiden mich die Kollegen im Büro. (lacht)

Hast du schon Zukunftspläne?

Hui ui ui, immer ruhig mit den wilden Pferden. Ich bin doch gerade erst hier angekommen! Aber ich würde mich schon freuen, vielleicht Bilder von anderen Lego-Rollstuhlfahrern und Rollstuhlfahrerinnen zu sehen, die ihre Umwelt und Perspektiven zeigen. Und vielleicht werde ich auch irgendwann mal die Welt erkunden. Mal schauen. Auf jeden Fall freue ich mich dabei zu sein und habe heute schon von meinem Experimentengeld ein bisschen was für die Wheelmap gespendet.

Hast du schon einen Ort auf der Welt im Sinn, wo du gerne mal hin möchtest?

Ich habe gerade erst in einem Buch gelesen, dass es in Panama schön sein soll. Vielleicht kann ich aber auch die Erde irgendwann mal verlassen und im Weltall unterwegs sein.

Erstmal freuen wir uns, dass du hier bist und vielen Dank für das Interview!

Vielen Dank, dass ich hier sein darf!

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